 Training und ideale Randbedingungen
Beim Training gilt wie immer im Selbstmanagement: Anfangen, auf dem weiteren Weg beharrlich sein und nicht beim ersten Fehlversuch gleich alles fallenlassen. Die wirklichen Erfolge einer besseren
Gedächtnisleistung stellen sich erst ab einem gewissen Trainingspensum ein. Alles ist schwer bevor es leicht wird, und deshalb:
Erst einmal klein mit einfachen Beispielen anfangen !
Die Phantasie trainieren
Zu Beginn muß man sich nicht gleich auf Listen, Telefonnummern und Ähnliches stürzen. Als Vorbereitung für den Einsatz der Memotechniken gilt es sich zunächst die Werkzeuge passend bereitzulegen. Dieses sind die Symbole
aus den vorausgehenden Seiten oder ähnliche Hilfsmittel und - ganz wichtig! - eine ausschweifende Phantasie. Mit der Phantasie, sich Geschichten auszudenken
oder Begriffe mit bekannten Symbolen zu verknüpfen, steht und fällt eine angewendete Technik. Phantasie hat zunächst einmal jeder. Um aber diese Techniken anwenden zu
können und Erfolge mit ihnen zu haben, muß man sich normalerweise auf eine andere Phantasieebene begeben, die mit dem Alltag mehr oder weniger nichts mehr zu tun hat. Um Bilder und Geschichten
lange im Gedächtnis zu behalten kann man ...
normalerweise bewegungslose Gegenstände handeln lassen
bei Handlungen, Größenverhältnissen, Auswirkungen und Zusammenhängen übertreiben
selbst eine Rolle in der Geschichte übernehmen
die Logik vergessen und nicht real bleiben
Handlungen und Effekte ins Absurde bringen 
Humor mit einfließen lassen
In der Vorstellung die Dinge mit allen 5 Sinnen wahrnehmen
Sehen
Hören
Fühlen
Riechen
Schmecken
Es folgen einige Vorschläge, bei der die Phantasie und die Vorstellungskraft herausgefordert wird. Jeder kann sich sicherlich noch weitere Beispiele überlegen, die den gleichen Effekt erzielen:
Weiße Leinwand vorstellen, die mit großem Pinsel und vielen Farben bemalt wird
Tagtraum ausmalen in vielen Details erleben (natürlich nicht bei der Arbeit ;-)
Zahlensymbole in verschiedenen Farben vorstellen (z.B. für mehrere Listen)
Zahlensymbole in verschiedene Szenarien vorstellen ( Stadt, Wald, Strand & Meer, ... z.B. für mehrere Listen)
In der Vorstellung bekannte Räume und Wege durchgehen und dabei alle Details betrachten
Als Übungsgelände für die Memotechniken gibt es entweder das alltägliche Leben oder viele selbst ausgedachte Trockenübungen. PIN-Nummern oder Einkaufslisten, die sonst immer aufgeschrieben oder
nachgeschaut werden, bieten eine gute Möglichkeit aus dem Leben. Ein Memory-Spiel oder ganz einfach ein Zettel mit Bleistift können sehr gut für alle möglichen Trockenübungen herangezogen werden.
Training mit dem Memory Spiel Memory Karten eignen sich hervorragend für das Gedächtnistraining. Jeder hat eines, oder er kennt
jemanden der eins hat. Hier einige Vorschläge für das Trainieren der Memotechniken mit Memory:
Mehrere Zweier-, Dreier oder Viererreihen bilden. Sich alle Reihen einprägen und anschließend alle Karten umdrehen und jede Reihe in einem eigenen Stapel mischen. Stapel durcheinander
bringen. Jeweils eine obere Karte nehmen und danach die entsprechende Kartenreihe in der richtigen Reihenfolge aufsagen.
Mehrere Karten nebeneinander legen, sich eine nach der anderen eine kurze Zeit mit einer der Memotechniken einprägen. Benachbarte Karten können immer wieder mit eingesehen werden.
Nach der letzten Karte die Reihe aufsagen.
Aus einem Stapel eine einzelne Karte aufdecken und betrachten, merken und verdeckt wieder ablegen. Dann die nächste Karte aufdecken, usw. usw. bis zur letzten Karte. Anschließend die
Kartenreihe aufsagen.
Die eine Hälfte der Memory Pärchen offen auf den Tisch legen, entweder in einer Reihe oder in einer quadratischen Anordnung. Sich alle Bilder und deren Positionen einprägen und anschließend
die Karte an ihrer Position umdrehen. Aus der anderen Hälfte der Pärchen eine beliebige Karte verdeckt ziehen und die Position des anderen Bildes bestimmen.
Nach Originalregeln: Karten mischen und auf dem Tisch regelmäßig anordnen. Zwei Karten umdrehen. Ist es kein Pärchen, sich die Positionen merken und die Karten wieder herum drehen.
Ein aufgedecktes Pärchen bleibt offen liegen oder kann entnommen werden. Wie viele Versuche brauchen Sie durchschnittlich?
Sind diese Dinge zu einfach? Kein Problem bei Memory. Einfach die Anzahl der Karten mit einem zweiten Memory-Spiel mit anderen Bildern erhöhen. Was beim Training mit Memory und Bildern
funktioniert, kann man auch mit einem Skatspiel auf eine abstrakte Zahlenebene übertragen. Andere Kartenspiele können ebenso gut benutzt werden. Am besten immer mit unterschiedlichen Karten
trainieren, damit kein Gewöhnungseffekt eintritt.
Training mit Zettel und Bleistift Auch mit diesen einfachen Mitteln kann man ein hervorragendes Training durchführen. Das Prinzip:
Begriffe (aus Zeitungen, Büchern) oder Zahlen  (Telefonbuch)
`suchen´ oder sich von anderen vorgeben lassen
Begriff oder Zahl in eine Zeile schreiben
Liste anschauen und Memotechnik anwenden
Liste zudecken und Zeile für Zeile aus dem Gedächtnis wiedergeben
Begriff oder Zahl aufdecken und überprüfen
Neben Listen von Begriffen oder Zahlen können auch Zeichnungen oder Skizzen angefertigt werden, z.B. ein Straßenplan mit Straßennamen und einigen öffentlichen Gebäuden wie Kirche, Schule und
Schwimmbad. Hier können mögliche Fragestellungen lauten:
Steigerung des Trainings Eine Steigerung des Trainings nach den ersten kleinen Versuchen, nachdem man das Prinzip
verstanden und die Memotechnik 'recht gut' verinnerlicht hat, ist dann leicht zu bewerkstelligen. Der Phantasie sind wie immer keine Grenzen gesetzt:
Von wenigen Begriffen/Zahlen/Ziffern zu vielen Begriffen/Zahlen/Ziffern
Von Konkretem zu höherem Abstraktionsgrad
Von der Praxis zu Theoretischem
Erst über einen kurzen Zeitraum, dann über einen langen Zeitraum merken
Ideale Randbedingungen für große Informationsmengen Kleine Informationshappen, und insbesondere solche, die nur temporär gemerkt werden müssen,
können so mal eben nebenbei gespeichert werden. Bei großen Mengen an Information - viele von uns haben die Erfahrung eines Studiums hinter sich oder befinden sich vielleicht noch mitten drin - kommt es
jedoch in zunehmendem Maße auf die Randbedingungen an, ob wir uns etwas gut merken können oder nicht. In der richtigen Atmosphäre geht es einfach leichter und effektiver.Aber was ist die richtige
Atmosphäre und wie erzeuge ich sie? In diesem Kapitel soll es um ein paar Grundbegriffe und Richtlinien gehen, mit denen sich jeder ganz persönlich seine eigene Atmosphäre erstellen kann.
Sind Memotechniken zu kompliziert für mich? Die ganzen Memotechniken sind einfach zu kompliziert und der Aufwand sich etwas zu merken ist
größer geworden? Stimmt, aber das gilt halt nur am Anfang! Wie bei allen Bereichen des Selbstmanagements muß man zum Erlernen bis zur Verinnerlichung bestimmter Methoden immer erst
einen mehr oder weniger großen Mehraufwand aufbringen. Mit ständiger Übung werden diese Methoden jedoch mehr und mehr verinnerlicht, was bedeutet, daß der Mehraufwand immer weiter
abnimmt und am Schluß kein Mehraufwand vorhanden ist. Auf die einzelne Memotechniken übertragen könnte das bedeuten, daß man anfangs sich noch
Geschichten und Bilder recht aufwendig ausdenken muß, um sich verschiedene Begriffe zu merken. Nach einer gewissen Zeit erscheinen die Geschichten und Bilder automatisch - ganz ohne Aufwand.
Probieren Sie es doch einfach mal aus! Sie werden staunen wie diese Memotechniken die Phantasie und letzten endes auch die eigene Kreativität fördern.
Zum Schluß noch ein paar einfache Tricks, die zwar direkt nichts mit Techniken zu tun haben, sich aber auf eine andere Art und Weise positiv auf die Gedächtnisleistung auswirken und so die Erfolge der
Memotechniken vergrößern, dem Gehirnjogging.
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